Waldorfschule. Mein Kind?

Unsere Schule auf einen Blick

  • Gründung 1990
  • Einzügig von Klasse 1 - 13
  • Ausführliche Textzeugnisse statt Benotung
  • Künstlerisch-handwerklicher Unterricht
  • Sprachunterricht Russisch und Englisch ab dem ersten Schuljahr
  • 9. Klasse Werkstattpraktikum
  • 10.Klasse Landbau- und Feldmesspraktikum
  • 11.Klasse Sozial- und Astronomiepraktikum
  • 12.Klasse Kunststudienfahrt
  • Theaterprojekte in den Klassen 8 und 12
  • Kunst- und Handwerk-AG
  • Mittelstufenorchester
  • Selbstverwaltung der Schule durch aktive Mitarbeit der Eltern
  • Eigene Küche in der Schule
  • Eigene schulärztliche Betreuung
  • Eingeschränkte staatliche Unterstützung, deshalb Schulgeld je nach Einkommen notwendig
  • Mögliche Abschlüsse:
  • Berufsbildungsreife
  • erweiterte Berufsbildungsreife
  • Fachoberschulreife
  • Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe
  • Abitur im 13. Schuljahr

Das 1. und 2. Schuljahr

Bis zu seinem siebten Jahr lebt sich das Kind nachahmend in seine Umwelt ein. Nun, im zweiten Lebensjahrsiebt möchte es bewusst lernen. Es möchte können, was die Großen tun und sehnt sich nach der erfahrenen Führung durch Erwachsene.

Das Kind will wahrgenommen, geachtet und geliebt werden.

Der Lehrer unterstützt es, seine besondere Persönlichkeit zu entwickeln und hilft ihm als Mittler, eine innige Beziehung zur Welt aufzubauen. Große Freude hat das Kind an rhythmischer Bewegung und Reim. Schnell fasst es Sprüche, Gedichte sowie Lieder auf und findet im Klassenverband spielerisch zu sich selbst. Märchen, Fabeln und Legenden, wie sie an Waldorfschulen täglich erzählt werden, wirken gemütsbildend und harmonisierend.

Nicht das intellektuelle Lernen steht im Vordergrund, sondern die ganzheitliche Entwicklung des Kindes. Der Unterricht an Waldorfschulen ist bildhaft.

Die Kinder tauchen regelmäßig beim Aquarellieren in die Wesenhaftigkeit der Farben ein, das Formenzeichnen hingegen hilft, die inneren Bildekräfte zu entwickeln. Der handwerklich-künstlerische Unterricht setzt die Formenkräfte in praktisches Tun um. Wir stricken und häkeln, weben und plastizieren. Auch lernt jedes Kind ein Musikinstrument zu spielen. Ab der 1. Klasse werden an Waldorfschulen zwei Fremdsprachen unterrichtet. Der Sprachunterricht soll wie die fröhliche Reise in ein fremdes Land erlebt werden, das wir durch Spiele, Lieder, Reime und Bräuche kennen lernen.


Das 3. bis 5. Schuljahr

Um das 9. Lebensjahr setzt eine Entwicklung ein, die zu einem völlig neuen Verhältnis des Kindes zu seiner Umwelt führt. In gewissem Sinne verlässt es innerlich das Paradies und muss sich auf der Erde neu orientieren. In der 3. Klasse wird diese Umbruchsituation durch die Erzählungen der Schöpfungsgeschichte, des Lebens der Menschen im Paradies und ihrer Vertreibung daraus wiedergespiegelt. Durch interessiertes Beobachten und eigenes Tun lernt es nun, das Feld zu bestellen, die Früchte zu ernten, das Brot zu backen, Kleidung herzustellen und ein Haus zu bauen. Dies geschieht in praxisorientierten Epochen, wie Bauern-, Handwerker- und Hausbauepochen.

In der 4. Klasse erlebt das Kind die Trennung zwischen sich und den Erwachsenen noch stärker. Sein vertrautes Weltbild geht in die Brüche. Selbst die Zahlen bleiben nicht mehr heil. Begleitet wird dies durch die Einführung des Bruchrechnens. Im Deutschunterricht wird die Zeit in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eingeteilt. Den gefühlsmäßigen Zusammenhang mit der Außenwelt stellt dann die erste Menschen- und Tierkunde wieder her, bei der das Kind sich selbst in der Welt und die Welt in sich selbst wiederfindet. In der Heimatkunde sind noch Geschichte und Erdkunde der nahen Umgebung miteinander verwoben.

In der 5. Klasse beginnt das Kind immer deutlicher, ein Gefühl für die Orientierung in Raum und Zeit zu entwickeln. So weitet sich in der Erdkunde sein räumlicher Horizont bis Mitteleuropa. In den Geschichtsepochen erlebt es die Zeiten der alten Hochkulturen und des klassischen Griechenlands und beginnt Zusammenhänge zu entdecken. In der Pflanzenkunde erwirbt es sich dann ein lebendiges Verständnis der Pflanzen in ihrer Umgebung.


Das 6. und 7. Schuljahr

Im Alter von 12 Jahren erleben die Heranwachsenden einen Gestaltwandel, der in ihnen eine veränderte Haltung zu ihrer Umgebung und zur Welt überhaupt bewirkt. Der Heranwachsende empfindet zunehmend, dass er denkerisch fähig wird, den Fragen nach der Welt selbst auf den Grund zu gehen. Das Woher, Wohin und Warum gewinnen an Bedeutung. Er sucht das Gespräch und im Erziehenden den Gesprächspartner.

Dem wird durch den einsetzenden naturwissenschaftlichen Unterricht in den Fächern Physik, Botanik, Geologie, Chemie und Astronomie dem Rechnung getragen. Vor allem im Physik- und Chemieunterricht geht es darum, dass der Schüler anhand vieler Experimente die Gesetzmäßigkeiten hinter den Phänomenen selbstständig entdeckt und formuliert, und da heraus sein eigenes Urteilsvermögen entwickelt. Seine hinzugekommenen Körperkräfte lernt der Schüler im praktisch orientierten Gartenbau- und Werkunterricht planvoll einzusetzen.


Das 8. Schuljahr

Längst ist der Klassenlehrer für die Schüler nicht mehr die unangefochtene Autorität wie in den ersten Jahren. Es bewährt sich, die Schüler in dieser schwierigen Entwicklungszeit der Pubertät vor Herausforderungen zu stellen, die vollen Einsatz verlangen.

Einen Schwerpunkt bildet die Achtklass-Arbeit, die jeder Schüler zu erstellen hat. Er wählt das Thema selbst und wird von einem Mentor beraten, soll aber möglichst selbstständig arbeiten. Nach Fertigstellung trägt der Schüler das Ergebnis in einem größeren Rahmen (Schüler, Eltern, Kollegium) vor. Eine weitere Herausforderung ist die öffentliche Aufführung eines selbst inszenierten Theaterstücks. Der Stoff der Unterrichtsepochen wird vom Klassenlehrer sowie teilweise schon von Oberstufenlehrern (z.B. in den Naturwissenschaften) vermittelt.


Das 9. bis 12. Schuljahr

Mit Beginn des dritten Lebensjahrsiebts wird der junge Mensch in die Oberstufe aufgenommen. Sein Denken ist soweit herangereift und es sind genügend Urteilsgrundlagen vorhanden, dass ihm jetzt eigenständiges Urteilen zum vorherrschenden Bedürfnis wird. Die Ausbildung der selbstständigen Handhabung von Verstand, Vernunft und Phantasie bildet deshalb den Schwerpunkt des Lehrplans in der Oberstufe. Es geht nun daran, Willen zu bilden und so zu formieren, dass damit sachgemäße Erkenntnis möglich wird. In dem breiten Lernangebot der Oberstufe ist dieses Ziel berücksichtigt.

Intellektuelle Arbeit, künstlerisches Tun und praktische Tätigkeiten stehen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander. An die Stelle des Klassenlehrers, der bis dahin alle Kernfächer unterrichtet hat, treten in der Oberstufe von nun an einzelne Fachlehrer. Neben den Standardunterrichten wie Mathematik, Deutsch, Sprachen, Naturwissenschaften, Geografie, Sport usw. absolviert der Schüler in jeder Jahr­gangsstufe ein bis zwei Praktika, so z. B. das Werkstatt-, das Landbau-, das Feldmess-, das Sozial- oder das Kunstpraktikum.

Im künstlerisch-praktischen Unterricht wird gemalt und plastiziert sowie Holz, Metall und Stein bearbeitet. Außerdem werden die Techniken des Spinnens, Webens, Buchbindens und Korbflechtens erlernt. In der 11. Jahrgangsstufe bearbei­tet jeder Schüler über viele Monate eigenständig ein selbstgewähltes Thema und verteidigt seine Ergebnisse öffentlich. Schüler der 12. Klasse üben sich im darstellenden Spiel und füh­ren zum Abschluss ihrer Waldorfschulzeit ein Theaterstück vor Schülern, Eltern und Freun­den der Schule auf. Bei entsprechendem Lernvermögen und Lernwillen können sich Schüler in einem 13. Schul­jahr auf die Prüfung zur allgemeinen Hochschulreife vorbereiten und diese an unserer Waldorf­schule ablegen


Mein Kind? Waldorfschule.